Scheiterhaufen: Dieser Blog
Werte Leserschaft. Gleich vorab: Zum Scheitern verurteilt ist gescheitert. Das heisst, dass dieser Blog eingestampft wird, er wird nie wieder gepflegt oder sonst auch in keinster Weise mehr beachtet. Der Grund dafür kam eher spontan, als wohl überlegt und ich pflege mitlerweile spontanen Ideen den Vorrang zu bieten – zumindest bei solchen einfachen Geschichten, wie diesem Blog.
Nun, gestartet ist ZSV als Experiment, um zu sehen, wohin sich ein Blog entwickeln kann – sozusagen als Spielwiese der Kreativität und ich muss leider eingestehen, dass ich nicht zufrieden mit dem Verlauf. Der Blog entwickelte sich mehr und mehr zum politischen Rant-Blog. Damit habe ich mich positioniert und das ist schlicht und ergreifend scheiße. Es wäre zu schwer, jetzt auf einmal weg vom politischen zu gehen, hin zu dem, was ich hier eigentlich machen wollte – experimentieren. Ein weiterer Grund für die Schließung des Blogs ist die Konzentration auf das Wesentliche: Gedankenexperimente. Dafür wird es wohl ein neues Projekt geben, welches ich aber vorerst nicht bekannt geben werde, da es sich entwickeln soll.
In diesem Sinne … passen Sie gut auf sich auf.
–Thomas
P.S.: Dieser Blog wird Read-Only als Archiv weiter bestehen.
Kommentar: Die Evolution der digitalen Gesellschaft
Gustav Seibt schreibt heute (30. Januar) im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung einen Artikel über den neuen Tablet von Apple. Dabei geht er aber nur sehr sporadisch auf die Eigenheiten des iPads ein. Viel mehr beschäftigt er sich mit der Frage, wie die digitale Gesellschaft tickt. Mit verbaler Konformität, ganz im Stile der Süddeutschen, sehnt er sich zurück an die gute alte Zeit, in der Bücher noch etwas wert waren und die Menschen sich die Zeit nahmen sie “mit Verstand” zu lesen. Aber warum sehnt er sich danach? Sind die Digital Natives nicht intellektuell genug? Macht es einen Unterschied Platon als handgeschriebenes Buch zu lesen, oder digital als eBook?
Nein. Auch die mobile und vor allen digitale Gesellschaft bewegt sich (teilweise) auf intellektuel hochwertigem Niveau. Beispiele dafür gibt es genug, sie heissen Malte Welding oder Johnny Häusler. Gustav Seibt reduziert unser Leben in Zahlen, dass wir 40 000 Youtube-Videos schauen oder 400 000 Blogs lesen könnten in unserem Leben oder aber auch 4000 Bücher aus einer gut sortierten Bibliothek.
Natürlich könnten wir. Wir wollen es aber nicht. Wir wollen schnelle Informationen und schnelles Wissen, zu jeder Zeit, an jedem Ort der Welt abrufen. Wir wollen über die Social Media Schnittstellen mit verschiedenen Menschen in Kontakt sein. Warum? Um mehr über die Welt zu erfahren, mehr über verschiedene Kulturen zu lernen. Separation ist da Fehl am Platz. Die Welt rückt mehr und mehr zusammen. Kulturen verschmelzen und drücken sich in evolutionären Ergüssen aus. Die digitale Revolution, ist der logische Schritt zu einer Gesellschaft, in der es völlig egal ist, wer du bist und was du machst. Du bist einfach nur du.
Genau wie die erweiterte Theorie Darwins entwickelt sich auch die Menschheit, stößt nicht mehr Gebrauchtes ab und bringt neue Dinge hervor, die uns das Leben erleichtern. In meinen Augen ist es ein Fehler den alten Zeiten nachzutrauern. Vergangenes ist vergangen und wird auch nicht wieder kommen, gleich wie sehr wir es uns wünschen. Uns bleibt nur eins. Mit offenen Augen durch die Welt ziehen, neue Chancen entdecken und die gegebenen Möglichkeiten zu nutzen. Wir verändern die Welt, jeden Tag.
Wer weiß, vielleicht werden wir in 400 Jahren in den Geschichtsbüchern stehen, wie Luther, als er eine Revolution im Glauben auslöste. Nur unsere Revolution beginnt nicht mit einem Anschlag am Kirchentor. Unsere Revolution beginnt hier und jetzt, mit jedem Bit und Byte, was wir der digitalen Welt schenken, gleich ob über Blogs, Foren, Twitter oder Facebook.
–Thomas
MusicMonday: Back to the 80’s!
Bereichern wir diesen Montag mit überaus beschissener Musik aus den 80er Jahren:
–Thomas
Das Wort zum Sonntag am Samstag (zum Sonntag)
Wie jeden Samstag (oder Sonntag) möchte Thomas in seiner Wochenschau auf die Details des Scheiterns der Menschheit hinweisen.
Kurzes Wort zum Sonntag
Nachdem gestern viel über die Nazis hier in Deutschland geredet wurde, will ich euch ein Schmankerl über die offensichtlich zerstrittene Rechtsparteienlandschaft aus dem Geburtsland des Führers nicht vorenthalten: http://andreame.at/node/336
– Julian –
Scheiterhaufen: Die Piratenpartei und Anti-Faschismus
Also mal ehrlich. Wer in letzter Zeit die Diskussionen über den 13. Februar auf den Mailinglisten und im Forum mitvefolgt hat, dem bescherte das ganze einige Facepalms und Headdesks. Die sächsischen Piraten sind ja bekannter maßen (einige von euch kennen sie [@inkorrupt ;-)]) nicht wirklich die Hellsten. Aber die aktuelle Debatte schießt meiner Meinung nach den Vogel ab. Es wird darüber diskutiert, warum man nicht an den allgemeinen Blockadeaktionen teilnehmen sollte, schon gar nicht offiziell als Piratenpartei. Es wird argumentiert, dass ja auch Nazis Demorecht haben. Ja, das stimmt wohl und dieses Recht können sie ja gerne ausleben.
Nur sollte man sich eines vor Augen halten, wenn Nazis demonstrieren und warum wir alle, ob Pirat oder Nicht-Pirat das anze Unterfangen blockieren sollten: der Faschismus, Geschichtsrevisionismus und die Abschaffung der Demokratie und Menschenrechte. Es sind die Ziele der Nazis. Es sind widerwärtige Ziele. Jeder Demokrat mit ein bisschen Hirn sollte sich mal Gedanken machen, wieso diese Leute in den 30ern an die Macht gekommen sind. Richtig, weil man sie hat ziehen lassen. Wir dürfen einfach nicht den gleichen Fehler machen. Außerdem ist es unser demokratisches Recht und auch unsere demokratische Pflicht uns dagegen zu positionieren.
Natürlich kommen jetzt Stimmen, die sagen, dass man sich inhaltlich mit deren Positionen auseinander setzen sollte. Hallo? Haben wir in den letzten 65 Jahren nichts gelernt? Ich geb euch mal einen kleinen Tipp, was ihr euch mal wieder in den Kopf rufen solltet: der Holocaust. Wenn das kein Grund ist, dagegen zu demonstrieren, dann seit ihr wirklich merkbefreit. Witzig ist ja auch, dass die Piraten Angst haben in eine Ecke mit der Antifa und dem schwaren Block gestellt zu werden. Komisch, mehrere tausend Menschen, die letztes Jahr demonstrieren waren, sind dann also auch der schwarze Block? Die Grünen? Die Linke? Die SPD? Ver.di?
Fakt ist, wenn die Piratenpartei sich nicht klar, deutlich und auch Öffentlichkeitswirksam gegen Faschismus positioniert, werden die Piraten von Nazis unterwandert, um unter den Deckmantel der Meinungsfreiheit und Basisdemokratie Deutschland in den Faschismus zu treiben. Pantoffelpunk bringt das ganze gut auf den Punkt: “Papi, was habt ihr damals gegen die Nazis unternommen? Wir haben ihre Versammlungsfreiheit tot-respektiert.”
… und passen Sie gut auf sich auf.
–Thomas
Kommentar: Hartz-IVler nach Haiti!
Überspitzen wir die Sache mit den Hartz-IVlern mal nicht und bleiben auf den Boden der Tatsachen. Wer nicht arbeitet, soll auch nichts essen hieß es noch in den good ol’ days. Wahrscheinlich hat sich der Herr Koch aus Hessen gedacht, nichts essen ist ja auch blöd, also stecken wir die ganzen Harzt-IVler in Internierungslager zwingen wir ab sofort dieses widerlich Faule Pack zu arbeiten. Doof nur, dass er wohl dabei vergessen hat, dass es in unserem Billiglohnland auch mit der Arbeit so langsam eng wird.
Wie gut, dass es gerade eine Katastrophe in Haiti gab. Zu tun gibt es ja anscheinend genug. Neben den Schutz der Staatselite braucht es dort noch Leute zum Leichen wegsammeln, aufschütten und verbrennen und es gibt auch Karrierechancen als Bauunternehmer. Immerhin müssen die ganzen kaputten Häuser wieder aufgebaut werden – zwar auch nicht mehr so viele, aber “es läppert sich”. Mit der Zwangsunterstützung durch Hartz-IV-Empfänger könnte Haiti geholfen werden, sich selbst zu helfen. Ich denke, das wäre dann auch im Sinne Kochs.
Auch die Situation für Hartz-IV-Empfänger verbessert sich dadurch vehement. Ja! Ihr habt jetzt die Wahl, zwischen nichts essen und Leichen wegräumen Urlaub auf Haiti. Also wenn das nichts ist. Unser einer kann sich so einen Trip gar nicht leisten. Und da sagt einer, die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Ich für meinen Teil werde morgen auf dem Arbeitsamt meinen Hartz-IV-Antrag ausfüllen. Ob ich noch rechtzeitig nach Haiti komme? Ich lass mich überraschen.
–Thomas
Schmieren geht über studieren
Da es dem einfachen Bürger dieses Landes nicht vergönnt ist das Gewaltmonopol zu besitzen, und er auch nur im 4-Jahres-Rhythmus über dessen Ausprägung zu befinden hat, so ist schon aus diesem Grund anzuraten nicht mit der Peitsche, sondern mit dem Zuckerbrot seine Herrscher zu bezirzen. Wie das geht hat, hat August Baron von Finck eindrucksvoll gezeigt, indem er sich sein Gesetz einfach gekauft hat. Das Verblüffende daran ist, dass dies ganz ohne schwarze Koffer und Jüdische Vermächtnisse von statten ging, so dass man der FDP ausdrücklich für ihre Transparenz danken muss. So verwundert es auch nicht, dass es schon Nachahmer gibt, wie @onkelfisch berichtet:
Gerücht: Nach Hotelier spenden Taliban 1 Million an FDP, Bundeswehr verlässt Afghanistan… hey, ist nur nen Gerücht :-)
Gerücht oder nicht, irgendeine Börse wird sich schon finden, die daraufhin einbricht.
Übrigens hat die FDP höchstselbst zu dieser Praxis aufgerufen:
Das ganze hat aber auch seine guten Seiten. Wenn wir nur genug Leute für eine anständige Spende zusammenbekommen, so können wir direkte Demokratie auch auf Bundesebene einführen. Und das ganz unbürokratisch. Ich habe schon mal eine Webseite eingerichet, um die Spenden zu koordinieren und die Gesetze vorzubereiten. Wer will dabei helfen, sie aufzubauen?
Ach ja, das Buzzword dazu sollte grassrootkorruption 2.0 heissen oder so.
– Julian –
Das Wort zum Sonntag am Samstag
Wie jeden Samstag (oder Sonntag) möchte Thomas in seiner Wochenschau auf die Details des Scheiterns der Menschheit hinweisen.
Scheiterhaufen: Blogroll
Bisher hatte ich keine Blogs in meiner Blogroll, weil ich ja recht wenig Blogs lese, sondern mehr auf den ganzen Nachrichtenportalen unterwegs bin. Einigen von euch ist das sicherlich schon aufgefallen. Da es aber doch ein paar Blogs gibt, die ich anklicke (ich habe keinen Feedreader), will ich die euch nicht vorenthalten. Schaut einfach mal auf der linken, schwarzen Sidebar nach. Das sind so die Blogs, die mich in meinem täglichen Wahnsinn begleiten.
–Thomas



